Neues & Aktuelles

Presseerklärung

Doping-Opfer empört über Köhler Aussage

Mit Empörung hat der Doping-Opfer-Hilfe e.V. auf die Behauptung des ehemaligen DDR-Sportfunktionärs Thomas Köhler reagiert, "schwere gesundheitliche Zwischenfälle oder sogar Todesfälle" seien durch das DDR-Doping-System nicht passiert“. Wie schon bei der unsäglichen Trainerdebatte im vergangenen Jahr ist dies der erneute verwerfliche Versuch, die DDR-Vergangenheit zu verklären und die irreparablen Schädigungen, die durch das unmenschliche Dopingsystem entstanden sind, auszublenden. Damit wird erneut auf den Gefühlen der DDR-Sportopfer herum getrampelt.

In seinem Buch mit dem Titel "Zwei Seiten der Medaille", das am Donnerstag erscheint, räumt zwar der frühere Vizepräsident des Deutschen Turn-und Sportbundes der DDR flächendeckendes DDR-Staatsdopingsystem und die Vergabe von Doping-Mitteln an Minderjährige ein, erklärt aber gleichzeitig, es habe keine schweren Nebenwirkungen gegeben und die Vergabe von Medikamenten sei "unter strengster Beachtung der ärztlichen Sorgfaltspflicht" erfolgt.

Diese Art der Geschichtsklitterung hat in Deutschland eine lange Tradition. Auch in der Nachkriegszeit hat man immer wieder gehört, "dass alles gar nicht so schlimm gewesen sei". Köhler reiht sich in eine lange Reihe von verantwortlichen Funktionären ein, die korrigierende Geschichtsbeschönigung betrieben.

Schlimm ist nur, dass die deutschen Sportverbände dieser historischen Verfälschung nicht widersprechen und sich nicht für die vielen, immer noch unter massiven gesundheitlichen Schäden leidenden Doping-Opfer einsetzen.


Dr. Klaus Zöllig